Und die heutige Analyse der menschlichen Existenz erfüllt uns alle mit dem Gefühl der Gebrechlichkeit, der Macht des dunklen Triebes, des Leidens an den Dunkelheiten und den Illusionen, der Endlichkeit in allem, was das Leben ist, auch wo die höchsten Gebilde des Gemeinschaftslebens aus ihnen entstehen.“[19] Der objektive Geist ergibt sich nicht aus einem absoluten Weltgeist, sondern aus dem Strukturzusammenhang des Lebens. Das Leben ist Futurition, Ins-Künftige-Tun, ist das was noch nicht ist.“[74]. Philosopher definition is - a person who seeks wisdom or enlightenment : scholar, thinker. Jahrhundert in höheren Gesellschaftskreisen … Onlinelernkurs Ethik. Dieses Überschreiten geschieht in zweierlei Hinsicht, die Simmel mit dem Unterschied der Lebensbegriffe bei Schopenhauer und Nietzsche charakterisiert. In Fellmanns Ansatz erschöpft sich die Selbsterfahrung des Menschen nicht im Cogito von Descartes, sondern umfasst auch die rational nicht auflösbaren Bereiche der körperlichen und emotionalen Existenz. Ortegas Kernthese ist, „daß es eine primäre und fundamentale Tatsache gibt, die sich selbst setzt und verbürgt: diese Tatsache ist das miteinander verbundene Dasein eines Ich oder einer Subjektivität und seiner Welt.“[63], Die Einsicht in die unauflösbare Verbundenheit des subjektiven Geistes mit seiner Lebenswelt richtet den Blick auf das Leben. Simmel stimmte der Analyse Bergsons zu, dass der wissenschaftliche, lineare Zeitbegriff das Wesen des Lebens nicht ausreichend erfasst. „Durch die Idee der Objektivationen des Lebens erst gewinnen wir einen Einblick in das Wesen des Geschichtlichen. Das Leben entstand mit der chemischen Evolution und bildete sich dann im Zuge der biologischen Evolution (auch einfach Evolution genannt) weiter aus. Was ist das gute Leben? Wir sind in diesem Inhalt und sind zugleich außerhalb seiner; indem wir diesen Inhalt – und nichts Angebbares weiter – in die Form des Lebens aufnehmen, haben wir eo ipso mehr als ihn.“[43] Die Erzeugnisse des Geistes werden zu objektiven eigenständigen Inhalten. Das philosophische Themendossier „Gutes Leben“ gibt einen Überblick über einige dieser verschiedenen &¨berlegungen, die von den antiken Griechen über die Aufklärung bis zur gegenwärtigen universitären Forschung in der Philosophie reicht. Von welchem Fragehorizont gehen unsere Fragen aus? Hey du. Das Leben kann nicht vor den Richterstuhl der Vernunft gebracht werden“[12] Den Begriff des Lebens verwendete Dilthey dabei in zweierlei Bedeutung. Die Naturwissenschaften versuchen aus einzelnen Phänomenen eine allgemeine Regel zu finden. 1993 hat Ferdinand Fellmann den Versuch unternommen, die Lebensphilosophie zu rehabilitieren, da sie infolge ihrer ideologischen Instrumentalisierung während der Zeit des Nationalsozialismus nach dem Zweiten Weltkrieg als Zerstörung der Vernunft von akademischen Philosophen abgelehnt wurde. Im Erkennen wird das Chaos der Erlebnisse geordnet. Ich bin mir ebenso bewußt, daß mein Leben als ein soundso beschaffenes das wirkliche ist, wie daß es als ein so oder anders beschaffenes das gesollte ist. „das Sein, so viel plastischer, formsicherer, unproblematischer als das Werden es erscheint, ist schließlich dennoch rätselhaft und verschlossen, während das Werden, dem alles mangelt, dennoch erst uns eigentlich nachfühlbar ist und jedes Stadium des Seins uns innerlich assimiliert und begreiflich macht – vielleicht, weil auch das Begreifen ein Leben ist und nur das Lebendige eigentlich vom Leben begriffen werden kann.“[37] Der Versuch, die Welt rein analytisch zu beschreiben, übersieht die Einheit von Leib und Seele, in der das Bewusstsein der eigenen personalen Identität im Hintergrund des Denkens immer vorhanden ist. [78] Nachdem er schon 1926 in den Kant-Studien zur Lebensphilosophie Stellung bezogen hatte[79], hat Georg Misch, der Schüler und Schwiegersohn Diltheys, 1930 die Beziehung der Philosophie Martin Heideggers und Edmund Husserls zur Lebensphilosophie herausgearbeitet.[80]. Die theoretische Vielfalt in der Philosophie beruht darauf, dass jeder Philosoph, der seine Intuition mit dem abstrahierenden Intellekt auf den Begriff bringt, dies nur unvollkommen kann. Das Sollen steht nicht über dem Leben überhaupt oder ihm gegenüber, sondern ist ganz genauso eine Art, auf die es sich seiner selbst bewußt wird, wie das Wirklichsein eine solche ist.“[52], Allgemeine moralphilosophische Prinzipien haben durchaus ihre Bedeutung und sind prägend für die kulturelle Geschichte und die gesellschaftlichen Strukturen. B. durch eine analytische Psychologie, die Einzelaspekte untersucht, nicht geleistet werden könne. Lebewesen, zusammen mit der Chemie, einer weiteren Naturwissenschaft. Es gilt „das innere geistige Leben, und zwar in seiner ganzen Fülle“ zu erforschen. Wir denken, fühlen, wollen dies und jenes – das sind fest umschriebene Inhalte, dies ist ein Logisches, das jetzt nur realisiert ist, ein prinzipiell völlig Definites und Definierbares. Lebens- und Weltweisheit waren im ausgehenden 18. „Das Leben wird uns gegeben – besser gesagt, es wird uns zugeworfen, oder wir werden in Leben hineingeworfen; jedoch ist das, was uns da gegeben wird, nämlich das Leben, ein Problem, das wir selber lösen müssen. „Da der Wille, das Ding an sich, der innere Gehalt das Wesentliche der Welt ist; das Leben, die sichtbare Welt, die Erscheinung, aber nur der Spiegel des Willens; so wird diese den Willen so unzertrennlich begleiten, wie den Körper sein Schatten: und wenn Wille da ist, wird auch Leben, Welt daseyn. Die Intuition gewährt unmittelbares Erleben, ist aber flüchtig und vorbegrifflich. „Nicht die Gegenwart oder die Vergangenheit ist es, die wir an erster Stelle leben, nein; das Leben ist eine Tätigkeit, die sich vorausentwirft, und die Gegenwart oder die Vergangenheit werden erst hinterher, in Relation zu dieser Zukunft, entdeckt. Aufgrund seiner Auffassungen gilt Driesch als Vertreter des Neovitalismus. Gegen die Vernunfterkenntnis stellte Dilthey das Erlebnis in das Zentrum seiner Betrachtungen. Bereits in seiner Dissertation Zeit und Freiheit untersuchte Bergson das unmittelbar Gegebene im Bewusstsein und entwickelte neue Vorstellungen in Hinblick auf die Intensität von Empfindungen und die Zeit im Bewusstsein. „Leben gibt es nur in einem Kreis, der von anderen Dingen voll ist, mögen das Dinge oder Geschöpfe sein; es besteht im Anblick von Dingen und Szenen, in der Liebe zu ihnen oder im Haß auf sie, in der Sehnsucht nach ihnen oder in der Furcht vor ihnen. Das Leben entstand mit der chemischen Evolution und bildete sich dann im Zuge der biologischen Evolution (auch einfach Evolution genannt) weiter aus. Sie seien so Wegbereiter des Nationalsozialismus gewesen. Lebensfreude oder Depression: Damit unser Leben gelingt, brauchen wir einen "Draht zur Welt", eine fast libidinöse Bindung zum Dasein, meint der Soziologe Hartmut Rosa. Schopenhauers Wille zum Leben nennt er „Mehr-Leben“. Das Leben auf der Erde ist vor knapp vier Milliarden Jahren entstanden und wird vielleicht noch sechs Milliarden bestehen, bis zum Erlöschen der Sonne, doch in welcher Form, steht in den Sternen. Das Erleben der Zeit im Bewusstsein ist aber eine andere Erkenntnisweise. Erfahren Sie mehr zum kostenlosen Onlinelernkurs Ethik. Philosophie im Alltag, Gutes Leben, Menschenwürde, Zukunft, Liebe und Gemeinschaft, Gesundheit u.v.A. Sie sind aber für das Individuum sekundär, an dessen eigenen Lebensfluss von außen herangetragen. Zu ihren heutigen Disziplinen gehören Logik, Ethik, Ästhetik und Wissenschaftstheorie. „Die tiefe Beziehung, die man von je zwischen Zeugung und Tod empfunden hat, als bestände zwischen ihnen, als Lebenskatastrophen, eine Formverwandtschaft, hat hier einen ihrer metaphysischen Angelpunkte: beide Ereignisse haften an dem subjektiven Leben und transzendieren es; das Leben, über das sie hinausreichen, ist dennoch ohne sie nicht denkbar; sich in Wachstum und Zeugung über sich selbst zu steigern, in Altern und Tod unter sich selbst herabzusinken, dies sich keine Hinzufügsel zum Leben, sondern solche Aufhebung, Überspülung der Umgrenzheit des individuellen Bestandes ist das Leben selbst.“[42], Das geistige Leben, das integraler Bestandteil des menschlichen Lebens ist, greift insofern über sich hinaus, als es strukturierte Inhalte, Formen im Sinne Simmels, schafft, die zu Objektivationen des Lebens werden. Das prozessuale Streben des Lebens nach Zeugung und Wachstum, nach der Schöpfung von Neuem sowohl in den physiologischen als auch in den geistigen Prozessen ist die Weise, wie das Leben sich selbst überschreitet. „Leben ist die Grundlage, die den Ausgang der Philosophie bilden muß. Eine solche Dauer ist heterogen, „eine Sukzession qualitativer Veränderungen, […] die miteinander verschmelzen, sich durchdringen, keine präzisen Umrisse besitzen, nicht die Tendenz haben, sich im Verhältnis zueinander zu exteriorisieren und mit der Zahl nicht die geringste Verwandtschaft aufweisen.“[25], In Verbindung mit dem Konzept der zwei Erkenntnisweisen entwickelte Bergson eine Theorie des Bewusstseins mit zwei Schichten; zum einen ein „oberflächliches Ich“ (moi superficiel) und zum anderen ein „tiefes Ich“ (moi profond). Mit dieser Unterscheidung sagte er dann: „Leben erfaßt hier Leben.“[13] Dilthey kritisierte wie alle Lebensphilosophen die traditionelle neuzeitliche Philosophie, die sich auf die Rationalität fokussiert und dabei die Dimensionen des Wollens und Fühlens vernachlässigt hatte. Wurzeln. Alles Leben ist Erleben, ein Lebensgefühl, ein Daseinswissen – wobei jedoch Wissen nicht mehr geistige Erkenntnis oder irgendeine Spezialkenntnis bedeutet, sondern lediglich diese überraschende Präsenz, die für jeden einzelnen sein Leben hat; ohne dieses Innesein, ohne diese Sich-Bewußtsein täte uns der Zahnschmerz nicht weh.“[68] Wie später Ferdinand Fellmann hervorhob, ist für Ortega ein Wesensmerkmal des Lebens die Selbsterfahrung. Der Mensch muss seine Ernährung sicherstellen, um seinen Energiebedarf zu decken und damit sein Überleben zu ermöglichen. Zu den Lebenswissenschaften gehören zudem Medizin, Agrartechnologie und Ernährungswissenschaften. Das Wichtigste einfach erklärt, mit Definition in der Einleitung, vielen Bildern und Karten. Biologie, Philosophie, Religion haben alle unterschiedliche Auffassungen und Vorstellungen vom Leben. Die Angst des Tiers vor dem Tod führt zu Fluchtbewegungen, Schutzmaßnahmen und Kampfhandlungen. Aber der Wille ist für Klages nicht der Grund des Lebens. Verschieden empfundene Blautöne werden zu dem Begriff „blau“ zusammengefasst. September 2020 um 10:50 Uhr bearbeitet. Die Naturphilosophie hat eine Nähe zur Ontologie und erforscht zusammen mit der Philosophie der Biologie, der Philosophie der Chemie und der Philosophie der Physik die Prinzipien der belebten und unbelebten Natur. In der Philosophie ist der Pragmatismus eine Denkweise, die sich an der Praxis ohne die Suche nach einer Letztbegründung orientiert. Aber indem wir es erleben, ist noch etwas anderes dabei, das Unaussprechbare, Undefinierbare, das wir an jedem Leben als solchem fühlen: daß es mehr ist als jeder anzugebende Inhalt, daß es über jeden hinausschwingt, jeden nicht nur von ihm aus ansieht und hat, wie es das Wesen der logischen Inhaltsangabe ist, sondern zugleich von außen, von dem, was jenseits seiner ist. Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis. Schließlich: „Erst um die Wende des 20. Und weil wir uns selber lebend fühlen, so begegnet uns das Lebendige auch im Bilde der Welt. In kurzer Formel gesagt: Wir erleben das eigene und miterleben in ihm das fremde Leben. Und man wird, auch diesseits der Stufe des Geistes, an der Zeugung und am Wachstum die gleiche Form anerkennen müssen: daß das jeweilige Leben sich selbst überschreitet, seine Gegenwart mit dem Noch-Nicht der Zukunft eine Einheit bildet. Zum anderen bezeichnet es die Gesamtheit der Lebewesen in einem bestimmten Gebiet. Diese muss vermitteln zwischen Vernunftphilosophie und Naturwissenschaft. Leben definition at Dictionary.com, a free online dictionary with pronunciation, synonyms and translation. Zu den Lebenswissenschaften gehören zudem Medizin, Agrartechnologie und Ernä… Weil es „sich für die Bedürfnisse des sozialen Lebens im allgemeinen und der Sprache im Besonderen unendlich besser eignet, zieht das Bewußtsein dieses Ich vor und verliert das fundamentale Ich allmählich aus den Augen.“[27] Zum Tiefen-Ich dringt man nur in der Reflexion und in der Kontemplation vor. [15] Das wirkliche Leben ist nur von innen heraus und das heißt unter Rücksichtnahme auf die Psyche zu verstehen. Der Intellekt ist auf die tote Materie gerichtet, die Intuition ist aber die Erkenntnisweise, um die Wirklichkeit des Lebens zu erfassen. Wir sind Wollende genau insoweit, als wir triebhafte Regungen unterdrücken.“[61], Nach José Ortega y Gasset (1883–1955) ist es ein philosophischer Fortschritt der Moderne, den Begriff des Lebens zum Ausgangspunkt des Philosophierens zu machen. Dieses „Mehr-als-Leben“ entspricht in Simmels Diktion der Bestimmung des Lebens durch Nietzsche als Wille zur Macht. „Die Erweiterung des Wissens über das im Erleben Gegebene vollzieht sich durch die Auslegung der Objektivationen des Lebens und diese Auslegung ist ihrerseits nur möglich von der subjektiven Tiefe des Erlebens aus.“[16] Unter Auslegung oder Interpretation verstand Dilthey das „kunstmäßige Verstehen von dauernd fixierten Lebensäußerungen“[17] Die Methode der Hermeneutik als Lehre vom verstehenden Auslegen wurde von Dilthey maßgeblich mitgeprägt. „Das Leben ist wirklich Vergangenheit und Zukunft; diese werden nicht nur, wie zu der unorganischen, bloß punktuellen Wirklichkeit, ihm hinzugedacht. Und wir brauchen uns nur auf dieses Gefühl zu besinnen, um der Wirklichkeit des Lebendigseins mit einer Gewißheit innezuwerden, über die hinaus es keine gewissere geben kann. Hierbei würden Handlungen aus dem ganzheitlichen Leben eines Individuums analytisch aus dem Lebenszusammenhang herausgeschnitten und mit dem Maß allgemeiner Normen aus einer übergeordneten, dem Individuum entgegenstehenden Perspektive beurteilt. Prozessform, die allen Lebewesen gemeinsam ist und die sie von lebloser Materie unterscheidet. […] Geschichte ist nichts vom Leben Getrenntes, nichts von der Gegenwart durch ihre Zeitferne Gesondertes.“[18] In der Auffassung von Geschichtlichkeit distanziert sich Dilthey von Hegel: „Hegel konstruiert metaphysisch; wir analysieren das Gegebene. Die Erwerbswirtschaft ist vom Austausch von Waren bestimmt, oft über größere Distanzen hinweg, und führt nach und nach zur globalen Wirtschaftswelt. Zu breiterer Beachtung verhalfen der Lebensphilosophie 1827 Friedrich Schlegels Vorlesungen über die Philosophie des Lebens, die sich ausdrücklich gegen die Systemphilosophen Kant und Hegel richteten. In ihm kommt der Wille der Gattung zum Ausdruck. [23], Auch das Phänomen der Zeit untersuchte Bergson in Hinblick auf die Qualität der damit verbundenen Empfindungen. Aber auch zwischen Verstand und Willen bildet sie den Wendepunkt des Übergangs, und füllt, als das verbindende Mittelglied, die Kluft aus, welche zwischen beiden liegt und beide trennt.“[7], Bei Arthur Schopenhauer finden sich erste Ansätze zur Lebensphilosophie, wenn er nicht mehr die Vernunft, sondern den Willen und damit das faktische Leben in den Mittelpunkt seines Denkens stellt. Auch die sprachanalytische Philosophie ist von der Lebensphilosophie abgegrenzt; heute zeigt die Philosophie des Geistes in den USA deutliche Anleihen bei den Klassikern der Lebensphilosophie. „Auch mag man, mit allem Rechte, noch so viele Sanktionen rationaler, gegenständlicher, sozialer Art anerkennen: erst mit der Einordnung in die von meinem gesamten Daseinsbild bestimmten Pflichtreihen wird die Handlung meine Pflicht. Hier zu nennen sind etwa der Titel seines Werkes Menschliches, Allzumenschliches oder die die Betrachtung des Weltgeschehens als organische Struktur und die Konzepte des Willen zur Macht und der Ewigen Wiederkunft. Es bedarf einer ganzheitlichen Betrachtungsweise, die z. Auf diesem Wege entsteht – wie bei Dilthey – ein objektiver Geist, erzeugt vom individuellen Subjekt, gültig aber unabhängig von ihm. Weil der Zugang zu den einzelnen Phänomenen von außen gegebener Tatsachen ein anderer ist als die bei der Introspektion erlangten Erfahrungen, führte Dilthey die heute noch übliche Unterscheidung zwischen Naturwissenschaften und Geisteswissenschaften ein. Charakteristisch für diese Lebensphilosophie steht Goethes Vers: „Grau, teurer Freund, ist alle Theorie, und grün des Lebens goldner Baum. Erleben ist ein Erleben von Zusammenhängen, die nicht einfach in Einzelelemente zergliedert werden können. Während das wissenschaftliche Prinzip der ersteren das Erklären ist, muss in den Geisteswissenschaften das Prinzip des Verstehens zugrunde gelegt werden. Durch sein ganzheitliches Leben mit ständigem Einsatz für den Naturschutz gilt er als einer der Urväter der modernen Ökologiebewegung. „Damit erfüllt sich aber die echte Vorzeichnung des Lebens, das ein Kampf in dem absoluten Sinne ist, der den relativen Gegensatz von Kampf und Frieden umgreift, während der absolute Frieden, der vielleicht diesen Gegensatz ebenso einschließt, das göttliche Geheimnis bleibt.“[49], Auch die moralphilosophischen Überlegungen des späten Simmel sind in der Lebensphilosophie begründet. Das Leben auf der Erde benötigt Ribonukleinsäure (RNA) und Desoxyribonukleinsäure (DNA), die Informationen zur Entwicklung von Organismen enthalten. Beim Menschen entwickeln sich dann qualitativ höhere Formen der Liebe, wie die Liebe zur Weisheit, die Philosophie. Insoweit es im Individuum eine Form annimmt, unterliegt es zugleich Grenzen. Wir leben dann immer stärker neben einander statt miteinander. Dies aber – eine Wirklichkeit, deren Wesen es ist, daß ein Ich eine Welt sieht, sie denkt, sie betrachtet, sie liebt oder verabscheut, von ihr begeistert ist oder beängstigt, sie verwandelt und anpackt und erduldet, ist, was sich von je her »leben« nennt, »mein Leben«, »unser Leben«, das Leben eines jeden einzelnen.“[66], Auf der Suche nach Kategorien, mit denen er das Phänomen des Lebens philosophisch fassen kann, lehnt Ortega zunächst den rein biologischen Begriff des Lebens ab. Sagt man selbst, es bestände in einem fortwährenden Wandel, Zerbrechen und Neuschaffen von Formen, so ist auch dies schon leicht missverständlich. Wasser wird sowohl direkt konsumiert als auch zur Bewässerung verwendet. Im allgemeinen Sprachgebrauch geht es häufig einfach um Lebenszeit und -alter des Menschen (oder des Tiers). zu den Bakterien, Pilzen, Pflanzen und Tieren zählen. „Leben wird nicht wahrgenommen, aber es wird mit alles verdunkelnder Stärke gefühlt. Das innere Zeitempfinden ist unmittelbar und intuitiv. Altruismus ist Egoismus der Gattung. Die Lebensphilosophie beeinflusste Vertreter der Existenzphilosophie, aber auch Edmund Husserl, der den Begriff der Lebenswelt in seiner späten Philosophie zu einer grundlegenden Kategorie machte. Dem Willen zum Leben ist also das Leben gewiß.“[8] Schopenhauer beschreibt im Kapitel 46 von Die Welt als Wille und Vorstellung mit dem Titel „Von der Nichtigkeit und dem Leiden des Lebens“ den Menschen als leidendes und verlorenes Individuum, das erst durch den Tod seine Erlösung findet. „In den Adern des erkennenden Subjekts, das Locke, Hume und Kant konstruierten, rinnt nicht wirkliches Blut, sondern der verdünnte Saft von Vernunft als bloßer Denktätigkeit.“[14] Erst wenn man im Philosophieren auf die „ganze, volle, unverstümmelte Erfahrung“ zugreift, gelingt es, „die ganze, volle Wirklichkeit“ zu erfassen. Was ist Philosophie? Im Verstehen wirkt nicht nur das kognitive Denken, sondern auch das emotive Wollen und Fühlen des Betrachters. Die Leitidee der Antike war die Substanz, das christliche Mittelalter stellte die göttliche Schöpfung ins Zentrum des Denkens, die Renaissance und frühe Neuzeit erkor die Natur und ihre Gesetzlichkeiten zum Erklärungsmuster, die Aufklärung machte die Vernunft zum Maßstab aller Dinge. Lexikon Online ᐅPhilosophie: Die Philosophie ist die Lehre vom Erkennen und Wissen und die Prinzipien- und Methodenlehre der Einzelwissenschaften, als deren Ursprung und Rahmen sie angesehen werden kann. [2] Die Lebens- und Weltweisheiten werden seit dieser Zeit häufig in Aphorismen dargestellt, etwa bei Friedrich Heinrich Jacobi in den Fliegenden Blättern: „Philosophie ist ein inwendiges Leben. Die modernen Lebensphilosophen setzen sich kritisch mit der neuzeitlichen Erkenntnistheorie und Ontologie auseinander und suchen einen systematischen Standpunkt zu gewinnen. Zu den Lebenswissenschaften gehören zudem Medizin, Agrartechnologie und Ernährungswissenschaften. Und aus uns könnten sich höherstehende Lebewesen entwickeln, die ihrerseits wiederum noch höhere Qualitäten von Liebe entwickeln könnten. Jahrhundert vorherrschende Idealismus hingegen betrachtet die Dinge als reine Bewusstseinsinhalte. Lebensphilosophie ist Teil einer Reaktion auf einen Zeitgeist, der durch den rasanten Fortschritt der Technik, die Industrialisierung und die Rationalität der positiven Wissenschaften und der modernen Wirtschaft geprägt ist. Das Leben entstand mit der chemischen Evolution und bildete sich dann im Zuge der biologischen Evolution (auch einfach Evolution genannt) weiter aus. Nietzsche und der Nihilismus Denn es scheint vorauszusetzen, das irgendwie, ideell oder real, feste Formen bestehen, deren jeder nur, indem das Leben sie zeugt oder offenbart, ein äußerst kurzer zeitlicher Bestand gegönnt ist. Anders als Nietzsche oder Bergson ging Dilthey davon aus, dass reine Selbstbeobachtung nicht reicht, die grundsätzlichen Zusammenhänge des Lebens zu erfassen. An Nietzsche schätzte er die Aufdeckung von Selbsttäuschung, Wertfälschungen und kompensatorischen Idealen, lehnte aber dessen Erkenntnistheorie grundlegend ab. „In das Innere des Lebens aber würde uns die Intuition führen, das heißt, der uneigennützig gewordene Instinkt, der seiner selbst bewusste und über seinen Gegenstand zu reflektieren und ihn unendlich zu erweitern fähige.“[31], Philosophisch relevant ist das Zusammenspiel beider Erkenntnisweisen. Im irdischen Leben kann der Mensch dieser Leere nur durch Enthaltsamkeit und Askese entgehen, deren höchste Form, die vollständige Kontemplation, in der Kunst zu finden ist. Romantiker wie Novalis betonten, dass nicht allein die Vernunft, sondern auch das dem Leben enger verwandte Fühlen und Wollen in der Philosophie Berücksichtigung finden müsste. Der Wille ist das Primäre, die Basis der Vorstellungen. Die Biologie (gr. Wir sind, was unser Leben ist, aber nichts darüber hinaus; und doch ist dieses Sein nicht vorausbestimmt, im voraus entschieden, sondern wir selbst müssen es entscheiden, wir müssen entscheiden, was wir sein werden […]“[73] Dies zwingt den Menschen, sich ständig auf die Zukunft hin zu orientieren, Heideggers Begriff der Sorge. Gemeinsam ist ihnen die negative Abgrenzung gegen Rationalismus, Intellektualismus, Szientismus und ein materialistisches Weltbild. Der Mensch lebt in einem stetigen Verlangen mit grenzenlosen Wünschen und unerschöpflichen Ansprüchen, so dass er niemals Glück und Erlösung finden kann. Damit gemeint sind Handlungen, Worte, Begriffe und überhaupt Inhalte. Zu den Lebenswissenschaften gehören zudem Medizin, Agrartechnologie und Ernährungswissenschaften. Bereits Ende des 18. Die Angst der Menschen vor dem Tod und der Austausch darüber in Familien und Gesellschaften sowie der Aufbau von Machtstrukturen münden in religiöse Vorstellungen und Vorschriften zu einem Leben vor dem und nach dem Tod und in technische Ideen zu einem ewigen Leben, wie sie bei Transhumanisten verbreitet sind. In den Geisteswissenschaften befasst man sich hingegen gerade mit dem einzelnen Phänomen wie einem historischen Ereignis oder einer Biografie. Nietzsche wendete dabei Schopenhauers Konzept vom Willen als dem Willen zum Leben um in die Formel vom Willen zur Macht, der alles Leben beherrscht. Denn niemand kann ein einziges Handeln, ein allgemeines Gesetz angeben, dem wir nicht unter besonderen Umständen die Anerkennung als unsere Pflicht verweigern müßten – also keines, dessen Sachgehalt nicht die Frage als höchste Instanz über sich hätte: ist es denn meine Pflicht, gehört es der objektiv-idealen Gestaltung meines Lebens zu?“[54] Mit diesem individuellen Maßstab, Simmel nennt ihn „das individuelle Gesetz“, wird im Individuum der Antagonismus von Allgemeinheit und individueller Besonderheit überwunden. Die Vorgänge der Außenwelt sind quantitativ und deterministisch. Unsterblichkeit oder zumindest extreme Langlebigkeit wird einigen wenigen Lebewesen nachgesagt, etwa Turritopsis nutricula, einer Quallenart, oder Hydra, also Süßwasserpolypen. Lebensphilosophie ist eine im 19. Stoffwechsel, Vermehrung, Evolution, Bewegung, Selbsterhaltung, Organisation. Der seit Descartes bis ins 19. Und je mehr wir darin eintauchen, desto mehr versenken wir uns wieder in die Richtung des allerdings transzendenten Prinzips, an dem wir teilhaben und dessen Ewigkeit nicht eine Ewigkeit der Unveränderlichkeit, sondern eine Ewigkeit des Lebens ist: wie können wir darin anders leben und uns bewegen? Das eine ist so gut ein ganzes Leben, wie das andere. Entsprechend sind die im Oberflächen-Ich enthaltenen Mannigfaltigkeiten quantifiziert und räumlich, im Tiefen-Ich hingegen qualitativ und zeitlich mit einer Dauer verbunden, „von welcher wir fühlen, daß sie der Stoff unseres Lebens selbst ist.“[26] Im alltäglichen Leben wird allerdings das Tiefen-Ich vom Oberflächen-Ich zumeist verdrängt. Alles Begriffe, mit denen die Wissenschaft versucht eine treffende Definition für „Leben“ zu finden. Bereits in seinem Frühwerk Die Geburt der Tragödie stellte er das rationale Denken, das Apollinische, dem triebhaften Streben, dem Dionysischen, gegenüber. Er wendete sich vor allem gegen die Beschränkung der Wissenschaften auf die deterministische naturwissenschaftliche Methode, wie sie John Stuart Mill, Herbert Spencer und andere postulierten. [30] Er wandte sich gegen traditionelle Evolutions­theorien etwa von Darwin oder Spencer, soweit diese das Leben mechanistisch oder teleologisch (finalistisch) zu erklären versuchen. Nicht in der Gegenständlichkeit des äußerlich und innerlich Wahrnehmbaren mit ihren Stammbegriffen von Ding, Kraft, Ursache, Wirkung, Bewegung, sondern ganz alleine in der Rückbesinnung auf Erlebtes hat Lebenswissenschaft ihren Ankergrund.“[58], In seinem lebensphilosophischen Hauptwerk „Der Geist als Widersacher der Seele“ kritisiert Klages den seit der Neuzeit immer stärker die Kultur prägenden Logozentrismus, die in Form der Ratio vom Leben losgelöste Geistesrichtung, der er eine biozentrische, lebensabhängige Philosophie entgegensetzt. Nun ist aber das leben gerade das, was niemand für mich tun kann – das Leben ist unübertragbar – es ist kein abstrakter Begriff, es ist mein individuelles Sein.“[65] Der Fehler des Idealismus liegt für Ortega in einer falschen Ontologie, die das Miteinander, die Koexistenz und die wechselseitige Abhängigkeit von meinen Gedanken und meiner Lebenswelt nicht richtig erfasst.